I. Tonalität

Die Volksmusik auf den britischen Inseln zeichnet sich durch ihre Verwendung von Kirchentonarten aus. Es kommen der ionische, dorische, mixolydische und äolische Modus vor, wobei über 60% der Stücke ionisch sind. 

Meist dominieren drei stufeneigene Dur- und Mollakkorde das Harmonieschema eines Stücks oder Abschnitts. Steht ein Stück beispielweise in D-Ionisch, dann können beispielweise die drei Akkorde D, Em und A vorherrschen. 

Ein charakteristisches Merkmal dieser Musik ist die Verwendung einer bitonalen Struktur, die durch das Wechseln zwischen der I. und II. Stufe im Ionischen Modus sowie zwischen der I. und VII. Stufe in den Modi Dorisch, Mixolydisch und Äolisch entsteht.

Neben den modalen Tonarten werden manche Melodien auch auf sogenannten „gapped Scales“ (lückenhaften Skalen) aufgebaut. Dies sind hexatonische oder pentatonische Skalen, die durch das Auslassen von einem oder zwei Tönen aus den modalen Skalen gebildet werden. Beispielsweise besteht die ionisch/mixolydische Tonleiter aus den 6 gemeinsamen Tönen des ionischen und mixolydischen Modus – es fehlt also die Septim. Neben dieser gapped Scale werden die mixolydisch/dorische und dorische/äolische Skala am häufigsten verwendet.

Bei den pentatonischen Skalen handelt es sich meist um die lydisch/ionisch/mixolydische (entspricht der Dur-Pentatonik) oder die mixolydisch/dorisch/äolische Skala. 

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